Werte Herren,
auch ich möchte es mir selbstredend nicht nehmen lassen, Sie mit einer gleichsam konzisen wie zugleich meiner Person adäquaten Vorstellung zu bedenken.
Als ich dereinst vor - nun - sagen wir etlichen Jahren als Spross eines ruhmreichen Landjunker-Geschlechts das Licht der Welt erblickte, herrschten im Wortsinne noch andere Sitten und Gebräuche. Meine Adoleszenz verbrachte ich auf dem Hof des elterlichen Landgutes in einer kargen Kinderhütte, wo ich mich mit den Hofhunden um ein paar Fetzen Pansen balgte. Noch heute denke ich mit einiger Wehmut an jene formativen Jahre zurück.
Selbstredend fußt auf jener redlichen Sozialisation auch meine tiefe Verankerung in jenem Ordnungsprinzip, welches dereinst eben noch als universell galt: Ganz oben steht der HERR, dann kommt der Papst, anschließend der Kaiser, sodann der Adel, und schließlich der Pöbel - wovon entgegen anderslautender Geschichtsklitterung gerade und insbesondere dieser besonders profitierte. Man weiß schließlich: Prügelt man den Pöbel nicht auf den Rübenacker, wird er faul und "arbeitslos". Und tritt man ihn nicht am Sonntag in die Kirche, fällt er rasch vom Glauben ab und betreibt in jeder freien Minute Unzucht. Nein, pfui Deibel, meine Herren, sapperlot!
Und wo, so werden Sie berechtigterweise fragen, stehen wir heutzutage also? Eine überaus komplexe Frage. Als ich vor nunmehr über 20 Jahren mein Anschnur-Wirken begann, schien der Zeitgeist nur in eine Richtung zu weisen: Zu immerzu noch mehr Unzucht, Unfug und Unbill! Heutzutage hingegen scheinen vielerorts durchaus Bewegungen auf dem Vormarsch, die zumindest vorgeben, christlichen Anliegen wieder mehr Gehör zu verschaffen und den Plebs in die Schranken weisen zu wollen. Die Lauterkeit dieser Ansinnen scheint zumindest dubios, auch wenn man Charaktere wie die Herren Trumpf, Wanz und Heckmeck durchaus in den frühen 200ern in einem redlichen Nachrichtenbrett hätte antreffen können.
Der langen Rede kurzer Sinn. Gerade heutzutage und mehr denn je braucht die Welt eine Anschnur-Plattform, welche die leuchtende Fackel der sittlichen Unfehlbarkeit ins nach wie vor lotterhafte Internetz trägt!
In diesem Sinne möchte ich mit den Worten meines leider bereits verschiedenen Mitstreiters Dr. Katarrh schließen: "Ich freue mich auf einschlägige Epik und burleske Depeschen!"
Ihr Baron Friedel